Erwerbsminderung vs. Berufsunfähigkeit



Wenn ein Mensch seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, liegt eine Berufsunfähigkeit vor. In vielen Fällen ist es aber möglich, dass dieser Mensch, der vorher zum Beispiel als Dachdecker tätig war, noch als Berater in einem Baumarkt arbeiten kann. Daher ist er lediglich in seiner Erwerbsfähigkeit verringert.

Im Fall einer Erwerbsminderung erhalten Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung eine Erwerbsminderungsrente. Diese tritt immer dann ein, wenn die Arbeitsfähigkeit weniger als sechs Stunden pro Tag beträgt. Wer noch mehr als sechs Stunden am Tag arbeiten kann, erhält keine staatlichen Leistungen. Versicherte, die zwischen drei und sechs Stunden arbeiten können, erhalten die halbe Erwerbsminderungsrente, bei einer Erwerbsunfähigkeit von weniger als drei Stunden wird die volle Erwerbsminderungsrente gezahlt.

Bei der gesetzlichen Erwerbsminderung gibt es aber das Recht, den Versicherten in einen anderen Beruf zu verweisen. Somit wird auch keine Leistung gezahlt, wenn der andere Beruf noch zumutbar ist, auch bei geringerer Bezahlung. Im Gegensatz zur Erwerbsminderung gibt es noch die Berufsunfähigkeit, die sich nur auf einen einzigen Beruf, im Beispiel dem des Dachdeckers, bezieht. Kann die Person also nicht mehr als Dachdecker arbeiten, liegt eine Berufsunfähigkeit und keine Erwerbsminderung vor. Hier werden im Fall der gesetzlichen Absicherung keine Zahlungen fällig, denn es gibt die Möglichkeit der oben beschriebenen Verweisbarkeit.

Wer sich deutlich besser absichern möchte, sollte eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Diese zahlt die vereinbarte monatliche Leistung nämlich auch bei reiner Berufsunfähigkeit, eine komplette Erwerbsminderung muss hierfür nicht vorliegen. Hierzu muss bei Abschluss des Vertrages der derzeit ausgeübte Beruf angegeben werden. Ein ärztliches Gutachten entscheidet dann über die Berufsunfähigkeit sowie die Leistungen der Versicherung. Bei privaten Versicherungen wird zudem die abstrakte Verweisbarkeit ausgeschlossen. So muss der Dachdecker später nicht als Berater arbeiten, sondern erhält seine Zahlungen in jedem Fall.

Der Abschluss einer Absicherung gegen Berufsunfähigkeit ist bei fast jeder Versicherung möglich, die Preise unterscheiden sich aber mitunter enorm.

Fazit: Die gesetzliche Absicherung im Fall einer Erwerbsminderung ist nur gering. Daher lohnt es sich, eine zusätzliche Absicherung gegen Berufsunfähigkeit abzuschließen.





Dieser Artikel zum Thema / mit dem Titel "Erwerbsminderung vs. Berufsunfähigkeit" wurde publiziert von der Redaktion von versicherungen-informer.de am 10. Jan 2009 in der Rubrik: Berufsunfähigkeitsversicherung und mit folgenden Stichwörtern verschlagwortet: , , , ,