Berufshaftpflichtversicherung – was muss man wissen?

Für Selbständige in bestimmten Branchen ist es hilfreich, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen. Bei der Existenzgründung möchten viele Firmengründer zunächst Geld sparen und schieben den Abschluss einer Versicherung hinaus, doch um sich vor finanziellen Schäden zu schützen, stellt die Berufshaftpflicht eine sinnvolle Investition dar.

Eine Berufshaftpflichtversicherung schützt vor schwerwiegenden finanziellen Folgen eigener Fehler im Job

Berufshaftpflichtversicherungen bieten Sicherheit vor Schäden, die durch den ausgeübten Beruf entstehen. Abhängig von der Berufsbranche können Fehler schwerwiegende Folgen haben, sowohl im handwerklichen als auch im wirtschaftlichen Bereich. Daher lohnt es sich, mit einer Berufshaftpflicht vorzusorgen, damit die eigene Existenz nicht gefährdet wird. Aus diesem Grund gilt die Berufshaftpflichtversicherung als eine der wichtigsten Absicherungen für Selbständige.

Absicherung von Sachschäden, Personenschäden, Vermögensschäden

Wie bei anderen Haftpflichtversicherungen ist die Berufshaftpflichtversicherung darauf ausgerichtet, Personenschäden sowie Sachschäden abzudecken. Auch die möglicherweise darauf folgenden Vermögensschäden werden von der Versicherung übernommen. Ein solcher Vermögensschaden entsteht beispielsweise, wenn der Selbständige, also der Versicherte, dafür verantwortlich ist, dass eine Person nicht mehr arbeiten kann und somit kein weiteres Einkommen mehr erzielt. In diesem Fall gilt der Verdienstausfall als Vermögensschaden.

Eine Berufshaftpflichtversicherung deckt außerdem Ansprüche in Berufssparten mit extrem hohem Schadenspotential. Dazu gehören beispielsweise nicht erfüllte Verträge, urheberrechtliche Verletzungen oder Schäden durch die Verletzung von einem eingetragenen Namen. Ein Anwalt kann zum Beispiel von dem eigenen Mandanten haftbar gemacht werden, wenn er bei der gerichtlichen Verhandlung etwas falsch gemacht hat und sein Mandant daraufhin den Prozess verloren hat. Obwohl es in diesem Fall grundsätzlich weder einen direkten Personenschaden noch einen Sachschaden gibt, zahlt die Berufshaftpflichtversicherung des Anwalts.

Was kostet eine Berufshaftpflichtversicherung?

Bei der Berechnung des Beitrags einer Berufshaftpflichtversicherung wird gerne die Faustregel genutzt, dass der Versicherungsbeitrag nicht höher sein sollte als 1,5 % vom Jahresumsatz. Die Prämie lässt sich im Allgemeinen frei verhandeln und hängt unter anderem von der Risikoklasse ab, zu der die Berufsbranche des Versicherten zählt.

In Absprache mit der Versicherungsgesellschaft ist es auch möglich, eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren, um die jährlichen Beiträge zu reduzieren. Dies bietet den Existenzgründern die Chance, ihre anfänglichen Betriebskosten gering zu halten. Es macht allerdings wenig Sinn, ganz auf die Berufshaftpflichtversicherung zu verzichten, da sich diese Sparmaßnahme rächen kann.

Beispiel: R+V Berufshaftpflichtversicherung

Die R+V Versicherung bietet eine Lösung, die Freiberuflern Sicherheit bieten soll. Falls diese beispielsweise ein falsches Gutachten oder eine ungünstige Beratung erbringen, müssen sie dafür nicht mit dem gesamten Vermögen haften. Stattdessen tritt die R+V Berufshaftpflichtversicherung für den Schaden ein.

Diese Versicherung sichert Rechtsanwälte, Steuerberater, Notare und weitere Freiberufler gegen Haftungsrisiken ab.

Die R+V Versicherung sagt zu, dass sie sich um die notwendigen Erstattungen, um die Überprüfung der Schadensansprüche und ggf. um das Abwehren kümmert. Dabei verspricht die R+V Versicherung, auch die Prozess- und Anwaltskosten zu übernehmen.

R+V Berufshaftpflichtversicherung (Website Screenshot https://www.ruv.de/de/firmenkunden/haftpflichtversicherung/berufshaftpflichtversicherung/index.jsp am 18.11.2015)

R+V Berufshaftpflichtversicherung (Website Screenshot https://www.ruv.de/de/firmenkunden/haftpflichtversicherung/berufshaftpflichtversicherung/index.jsp am 18.11.2015)

Beispiel: DEVK Berufshaftpflicht / Diensthaftpflicht-Versicherung

Die Berufshaftpflichtversicherung der DEVK betont, dass sie auch Schäden an technischen Geräten übernimmt. Sie sagt zu, sämtliche Betriebsangehörigen während der Arbeitszeit zu schützen und bei eventuellen Folgekosten einzuspringen. Dabei bietet die DEVK auch den entsprechenden Haftungsschutz im Bereich des öffentlichen Dienstes.

Dienst- und Berufshaftpflichtversicherung der DEVK (Screenshot www.devk.de/produkte/haftpflicht/dienstberuf/index.jsp am 18.11.2015)

Diensthaftpflicht- und Berufshaftpflichtversicherung der DEVK (Screenshot www.devk.de/produkte/haftpflicht/dienstberuf/index.jsp am 18.11.2015)

Viele weitere Anbieter für Berufshaftpflichtversicherungen

Ein weiteres Angebot von hemmer finance setzt auf besonders preiswerte und hochwertige Sicherheit mit der Berufshaftpflichtversicherung speziell für Rechtsanwälte (siehe Vermögenshaftpflichtversicherung Rechtsanwalt). Hier sollen Vermögensschäden abgesichert werden, die durch einen Rechtsanwalt während der Ausübung seines Berufes verschuldet worden sind. hemmer finance bietet einen Sondertarif für Berufsstarter an, der eine prompte Deckungszusage enthält.

In einigen Berufen ist eine Berufshaftpflicht verpflichtend. Dies gilt für Rechtsanwälte und Steuerberater ebenso wie für Ärzte, Architekten, Ingenieure und Treuhänder. Da diese Fälle häufig mit Vermögensschäden zu tun haben, müsste man hier eigentlich nicht von einer reinen Berufshaftpflichtversicherung sprechen, sondern von einer Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (10.09.2012).

YOUTUBE: Berufshaftpflicht – einfach erklärt | HISCOX Deutschland
(www.youtube.com/watch?v=irHRzZj3SBQ)





Dieser Artikel zum Thema / mit dem Titel "Berufshaftpflichtversicherung – was muss man wissen?" wurde publiziert von der Redaktion von versicherungen-informer.de am 10. Sep 2013 in der Rubrik: Berufshaftpflicht & Betriebshaftpflicht und mit folgenden Stichwörtern verschlagwortet: ,