Private Krankenkassen: Anbieter, Unterschiede, Vergleichsmöglichkeiten

Die Private Krankenversicherung (PKV): Wen wählen unter den privaten Krankenkassen?

Das Krankenversicherungssystem Deutschlands ist weltweit sehr anerkannt, vor allem wegen seines Anspruchs der Gesamtversorgung der Bevölkerung in unserem Land. Doch auch die Wirtschaftlichkeit, die Qualität der Versorgung und der Leistungen unseres Systems finden im Ausland immer wieder Lob. Dieser Erfolg beruht auf dem sogenannten Zwei-Säulen-Prinzip unserer Versicherungslandschaft. Die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen wirtschaften und agieren – idealerweise ergänzend – nebeneinander, um alle Mitglieder der Bevölkerung zu versorgen.

Das Hauptargument sich für private Krankenkassen zu entscheiden, oder in eine solche zu wechseln, ist nach wie vor der im Vergleich zur gesetzlichen Krankenkasse häufig günstigere Beitrag – zumindest scheint es potentiellen Interessenten so. Und ja: Zumindest in jungen Jahren oder bei Neuabschluss eines Vertrages, ist dies auch in fast allen Fällen der große Vorteil – von den qualitativ sehr hochwertigen und oftmals sogar exklusiven Leistungen einer PKV ganz abgesehen. Allerdings kann nicht jeder eine private Kranken-Vollversicherung abschließen, zunächst müssen bestimmte Kriterien hinsichtlich Einkommenshöhe oder Berufstand erfüllt sein.

Wer kann sich privat versichern?

Die Versicherungspflichtgrenze, oder auch Jahresarbeitsentgeltgrenze, ab welcher Arbeitnehmer und Angestellte eine private Kranken-Vollversicherung abschließen können, hat sich zu Beginn des Jahres 2014 um 2,6 Prozent auf 53.550 Euro Jahreseinkommen erhöht. Das entspricht einem monatlichen Bruttoeinkommen von 4.462,50 Euro. Mögliche Sonderzahlungen wie etwa ein 13. Monatsgehalt oder Boni dürfen dabei nicht miteinkalkuliert werden. Freiberufler, Selbständige, Beamte und Berufsstände wie Ärzte sind von dieser Versicherungspflichtgrenze ausgenommen.

Versicherungspflichtgrenze / Jahresarbeitsentgeltgrenze JAE bis 2016 laut Wikipedia

Mit jeder Erhöhung sind die Voraussetzungen für Angestellte und Arbeitnehmer, die eine private Krankenversicherung abschließen möchten, wieder etwas schwieriger geworden. Aber auch Angestellte und Arbeitnehmer, deren Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt, können ihre gesetzlichen Versicherung mit privaten Zusatzversicherungen in solchen Bereichen, die ihnen ganz besonders wichtig sind, ergänzen oder aufstocken.

Die jeweils aktuelle Pflichtversicherungsgrenze findet sich u.a. in der Wikipedia.

Bereiche der Privaten Zusatzversicherungen

Gerade nach den vielfältigen Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung hat sich die private Zusatzversicherung als ergänzende Police etabliert. Die aus den vielen Reformen resultierenden Zuzahlungen bei den gesetzlichen Krankenversicherungen haben den Trend hin zu privaten Zusatzversicherungen in den vergangenen Jahren sehr beschleunigt. Besonders gefragt ist dabei die Zahnzusatzversicherung aber auch Auslandskrankenversicherungen werden in letzter Zeit besonders häufig bei PKVs abgeschlossen. Viele private Krankenkassen bieten Zusatz-Policen auch für den ambulanten Bereich an. Oftmals sind dann Heilpraktiker Behandlungen, Sehhilfen und zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen im Vertrag mit eingeschlossen.

Die Höhe der Versicherungsprämie und Beitragsentwicklung

Selbst für junge Menschen gilt das Argument des günstigeren Beitrags nicht generell. Neben dem Alter, sind der allgemeine Gesundheitszustand, etwaige Vorbelastungen oder Risikofaktoren, Familienstand sowie die erwartete Einkommensentwicklung wesentliche Faktoren, die es für den potentiellen Versicherungsnehmer und die PKV vor Vertragsabschluss zu betrachten gilt.

Wer sich mit dem demographischen Wandel in Deutschland schon beschäftigt hat weiß, dass das Gesundheitswesen generell, vor allem aber die Krankenkassen vor großen Herausforderungen hinsichtlich ihrer Finanzierung stehen. Anders als bei den gesetzlichen Krankenkassen müssen die privaten Versicherungsgesellschaften immer auch einen Anteil der Prämien in Rücklagen führen, da sie verpflichtet sind nach dem Prinzip der Kapitaldeckung zu wirtschaften.

Beide Versicherungsanbieter, die gesetzliche und die private, sind folglich an möglichst jungen, gesunden und gut verdienenden Beitragszahlern interessiert. Die Überalterung der Gesellschaft stellt beide vor Herausforderungen. Die Gesetzlichen, weil sie – von wenigen Ausnahmeregelungen abgesehen – keinen Antragsteller ablehnen dürfen, die Privaten, weil sie die Verluste der gesetzlichen Kassen indirekt zum Teil mitfinanzieren müssen.

„Klassen“ – Medizin

In der Politik und in der Öffentlichkeit werden die demographische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf das Versicherungssystem meist nur noch höchst medienwirksam mittels dramatischer Fälle dargestellt und der Begriff „Zwei-Klassen-Medizin“ hat sich dort längst etabliert. Horrormeldungen von explodierenden Beiträgen im Alter für privat versicherte Verbraucher wechseln sich in schöner Regelmäßigkeit mit Skandalberichten von unterlassenen oder gar verweigerten medizinischen Behandlungen bzw. nicht verschriebenen Medikamenten für gesetzlich versicherte Bürger ab. Doch auch die Begriffe der „Drei-Klassen-Medizin“ oder „Mehr-Klassen-Medizin“ lassen sich – wenn auch weniger häufig – finden. Regelmäßig versuchen sich Ärzte und private Krankenkassen gegen derartige Vorwürfe zu wehren, jedoch nur mit wenig Erfolg.

Betrachtet man die Verteilung der Berufsgruppen auf die PKVs entsteht ein interessantes Bild, denn nur 12 Prozent aller privat Krankenversicherten sind sehr gut verdienende Angestellte über der Versicherungspflichtgrenze. Der größte Anteil sind mit 48 Prozent untere und mittlere Beamte und 20 Prozent der Privatversicherten sind Kinder.

PKV Verband zum 'Vorwurf' der Zwei-Klassen-Medizin (PDF-Screenshot)

PKV Verband zum ‚Vorwurf‘ der Zwei-Klassen-Medizin (PDF-Screenshot)

Unternehmerische Merkmale einer privaten Krankenversicherung

Sich etwas genauer damit zu beschäftigen, wie PKVs eigentlich funktionieren und wirtschaften bringt mehr Transparenz und damit Klarheit in dieses zugegebenermaßen komplexe Thema.

Im Gegensatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung die für die Beitragsermittlung einen gesetzlich verankerten Prozentsatz zu Grunde legt, aktuell 15,5 Prozent des Einkommens, erheben PKVs einkommensunabhängige Versicherungsprämien.

Die Höhe der Prämien der PKVs ergibt sich vor allem aus dem Gesundheitszustand, dem Alter und den gewünschten Versicherungsleistungen. Heute gelten Unisex-Tarife, bis Ende 2012 war tatsächlich auch das Geschlecht noch eine Berechnungsgrundlage.

Eine private Krankenversicherung ist gesetzlich verpflichtet nach dem Prinzip der Kapitaldeckung zu wirtschaften und bildet daher Rückstellungen. Die PKV hat somit auch Einnahmen, die nicht nur aus Versicherten Beiträgen resultieren. Sind nach Ablauf eines Geschäftsjahres die Annahmen über die entstandenen Kosten und die zu bildenden Rückstellungen korrekt, bleiben die Versicherungsbeiträge stabil. Bei einer Abweichung der Höhe der Kosten und Zinsen in der Gemeinschaft der Versicherten ergibt sich die Beitragsveränderung, die im Falle einer Steigung fast immer zur besagten Art der Berichterstattungen und zu öffentlichen Diskussionen führt.


Versicherte einer PKV erhalten die Rechnung für erbrachte Leistungen direkt vom behandelnden Arzt oder dessen Abrechnungsstelle. Die Rechnungen werden im Anschluss vom Versicherten bei seiner PKV eingereicht und diese erstattet dem Versicherten wiederum den Betrag abzüglich möglicher Selbstbehalte. Die Höhe des Selbstbehalts wählt der Versicherte bei Vertragsabschluss. Anders als bei der gesetzlichen Versicherung erhält der Versicherte über die Arzt Rechnung einen sehr detaillierten Einblick darüber, was genau der Arzt abgerechnet hat und welche Gebühren für jeden Schritt dabei angefallen sind. Er kann so genau nachvollziehen, wie das geforderte Honorar zustande kommt. Die Gebühren sind nummeriert, nach den einzelnen Behandlungsschritten aufgeschlüsselt und folgen der Gebührenordnung (GOÄ). Ein hohes Maß an Transparenz auch für den Patienten ist die Folge und man nimmt dahe an, dass dieser Einblick den Einsatz und das Maß an Eigenverantwortlichkeit beim Versicherten hinsich tlich seines eigenen Gesundheitsmanagements steigert, weil dieser ja weiß, dass die Kosten, die er „verursacht“, direkten Einfluss auf die zukünftige Beitragsentwicklung haben.


Keine Einbahnstraße

Viele private Krankenkassen haben inzwischen fein justierte Rückerstattungssysteme entwickelt und belohnen so Ihre Mitglieder für ihr Kostenbewusstsein und gute Vorsorge. Ein Versicherter, der ein erfolgreiches Gesundheitsmanagement betreibt und daher seltener zum Arzt muss, also weniger Leistungen benötigt und somit keine Kosten verursacht, oder kühl kalkuliert und möglicherweise kleinere Rechnungen gar nicht erst einreicht, darf mit solchen Rückerstattungen seiner bereits gezahlten Beiträge rechnen. Aber die Rückerstattungen der einzelnen PKVs unterscheiden sich gravierend, ebenso gibt es deutliche Unterschiede von Tarif zu Tarif auch innerhalb einer Gesellschaft (siehe beispielhaft die Regelungen von Debeka, HanseMerkur und Barmenia).

Manche PKVs erstatten ganze Monatsbeiträge andere nur den Tarifanteil für ambulante und zahnmedizinische Behandlungen, die Rückerstattung des Anteils für die stationäre Behandlung entfällt dann komplett.

PKV Beitragsrückerstattung am Beispiel der Hallesche Private Krankenversicherung (Screenshot www.hallesche.de/service-h/faq/faq-bre-allg am 25.11.2015)

PKV Beitragsrückerstattung am Beispiel der Hallesche Private Krankenversicherung (Screenshot www.hallesche.de/service-h/faq/faq-bre-allg am 25.11.2015)

Gehören Sie in zu einer besonderen Zielgruppe?

Einige der Privaten Kassen haben sich zudem auf bestimmte Zielgruppen spezialisiert. Der Vorteil liegt auf der Hand: die Versicherung hat sich eine hohe Kompetenz in diesem Segment erworben und kann so auch entsprechend auf die ganz spezifischen Bedürfnisse einer Berufsgruppe oder einer Bevölkerungsschicht eingehen. Die deutsche Ärzteversicherung fokussiert wie ihr Name schon sagt auf den Berufsstand der Mediziner und medizinischen Berufe.

Deutsche Ärzteversicherung: Private Krankenversicherung für angestellte und niedergelassene Ärzte (Screenshot www.aerzteversicherung.de/Produkte/Krankenversicherung/Private-Krankenversicherung am 25.11.2015)

Deutsche Ärzteversicherung: Private Krankenversicherung für angestellte und niedergelassene Ärzte (Screenshot www.aerzteversicherung.de/Produkte/Krankenversicherung/Private-Krankenversicherung am 25.11.2015)

Bei der PKV Pax / VRK Versicherer im Raum der Kirchen finden sich viele Versicherte, die im kirchlichen Bereich wie etwa einer Diakonie tätig sind – um hier zwei Beispiele für besondere Berufe zu nennen.

Wenn Sie eine Familie haben oder eine gründen möchten, ist zu beachten, dass Familienmitglieder nur in der gesetzlichen Versicherung beitragsfrei mitversichert werden. In der privaten Versicherung fällt für jedes Familienmitglied ein eigener Beitrag an, es gibt keine PKV Familienversicherung wie es bei gesetzlichen Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Dies ist ein nicht zu vernachlässigener Nachteil von privaten Krankenkassen.

Kennen Sie Ihren Bedarf?

Die persönliche Bedarfsanalyse sowie realistische Überlegungen hinsichtlich der eigenen Einkommens- und Vermögensentwicklung sollten immer der erste Schritt vor dem Beginn nach der Suche des geeigneten Versicherers sein und vor der Entscheidung für eine spezielle PKV sein. Ansonsten verliert man in einem Markt mit über 40 Anbietern alleine bei den Privaten und mehreren tausend Tarifkombinationen ganz schnell den Überblick und vielleicht auch den nötigen Mut.

Betrachten Sie Ihre aktuelle Lebensphase, seien Sie ehrlich, welcher Gesundheitstyp Sie sind und überlegen Sie am besten noch vor jeder ersten Recherche, was Ihnen bei Ihrer Versicherung wirklich wichtig ist.

Wechselwillige sollten auch besondere Grenzen wie zum Beispiel die Altersgrenze 55 Jahre kennen. Hat man als Versicherter einer PKV dieses goldene Alter erreicht, es nicht nämlich nicht mehr möglich aus der PKV in die Gesetzliche zurück zu wechseln. Zumindest braucht man dann schon besonders gute Tricks und Konstellationen.

Auch für Menschen, die ihren Status häufig zwischen selbständig und angestellt wechseln, sollten sich gut über die geltenden Bestimmungen erkundigen. Der Gesetzgeber greift hier an einigen Stellen regulierend ein.

Wie ist es mit Ihrem Gesundheitsmanagement bestellt?

Ein großer Anreiz für Menschen mit einem hohen Grad an Selbstbestimmung sind die Rückerstattungen, die private Krankenkassen ihren Kunden anbieten. Wer sehr aktiv und eigenverantwortlich an sein Wohlbefinden und seine Gesundheit herangehen kann und dies auch tut und dann noch unternehmerisches Denken und Handeln mitbringt, dürfte sich im Umfeld einer PKV sehr wohl fühlen.

Als Beitragsrückerstattung versteht man die teilweise Erstattung bereits gezahlter Monatsbeiträge zur Krankenvoll- und Zusatzversicherung. Je nach Tarif und PKV kann eine solche Erstattung gewährt werden, wenn der Versicherte über eine definierte Zeitspanne, keine Leistungen in Anspruch genommen hat, sprich keine Rechnungen einreicht. Man unterscheidet freiwillige oder auch erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung der PKVs, deren Höhe und Umfang der Versicherer je nach Erfolg des Geschäftsjahres alle zwölf Monate neu festlegt.

Einige Tarifvarianten beinhalten auch eine vertraglich festgelegte Pauschale, die den Versicherten erstattet wird, sofern diese leistungsfrei bleiben. „Leistungsfrei“ bedeutet, der Versicherte ruft über einen definierten Zeitraum keine Leistungen ab und reicht keine Rechnungen ein. Manchmal findet man diese Form der Rückerstattung zusätzlich mit einer prozentualen Steigerung versehen. Das funktioniert ganz ähnlich wie der Schadenfreiheitsrabatt bei einer Kfz-Versicherung. Im Bereich der privaten Krankenversicherungen nennt man das Leistungsfreiheitsrabatt. Es sei jedoch angemerkt, dass derartige Steigerungen prozentual sehr langsam anwachsen.

Erste Orientierung auf dem Markt – Tests und Auszeichnungen

Ein PKV-Test bietet Ihnen eine erste Orientierung bei der Auswahl einer passenden privaten Krankenversicherung. Bedenken Sie jedoch, dass meistens bestimmte Tarifsegmente und manchmal auch Zielgruppen getestet werden. Bei der Vielzahl der möglichen Tarifkombinationen muss ein Tester auch immer eine Vorauswahl treffen. Die Parameter, die zu Grunde liegen, passen daher möglicherweise gar nicht oder nur teilweise zu Ihren persönlichen Anforderungen. Sowohl die Beiträge als auch die Leistungen der jeweiligen Tarife können sich außerdem selbst innerhalb eines Segments erheblich unterscheiden.

Das Wichtigste bei der Wahl einer privaten Krankenkasse sollte der Grad der Deckungsgleichheit mit Ihrem echten Bedarf und Ihrem Gesundheitstyp sein. Achten Sie darauf, welchen Schwerpunkt der Tester gelegt hat. Drehte es sich um das reine Preis-Leistungsverhältnis, wurden die Finanz- und damit die Beitragsstabilität des Versicherers ins Kalkül gezogen und auf keinen Fall zu vergessen – wurden auch die Kundenrückmeldungen und Beschwerdequoten berücksichtigt?

PKV Tests gibt es viele, doch selten echte/gute Vergleiche

Google liefert unendlich viele Treffer bei einer Suche nach „PKV Vergleich„, „private Krankenversicherung vergleichen“ oder „private Krankenkassen Test„. Doch wer testet, in wessen Auftrag und was genau wird getestet?

Renommierte Institute, Agenturen aber auch Zeitschriften oder TV Magazine testen in Deutschland die privaten Krankenversicherungen. Am bekanntesten ist wohl die Stiftung Warentest oder die genau auf den Bereich Versicherungen spezialisierte Agentur Assekurata.

Lesenswert sind sicher auch die Ergebnisse der Agenturen Morgen & Morgen oder der viel zitierte map.report (www.map-report.de).

Unter den Verbrauchermagazinen werden Sie bei Wirtschaftswoche, Öko-Test, Focus, Money, Euro oder Capital fündig, wenn Sie sich intensiv mit Testergebnissen beschäftigen möchten. Der Fernsehsender n-tv beauftragte kürzlich das Institut Service Qualität Deutschland mit einer Marktanalyse der PKVs.

Der anerkannte und viel zitierte "map-report" wird seit 2015 vom VersicherungsJournal.de fortgeführt, nachdem die Schlüsselperson Manfred Poweleit im September 2014 im Alter von 59 Jahren überraschend verstarb

Der anerkannte und viel zitierte „map-report“ wird seit 2015 vom VersicherungsJournal.de fortgeführt, nachdem die Schlüsselperson Manfred Poweleit im September 2014 im Alter von 59 Jahren überraschend verstarb

Wer beauftragt die Studie?

Ein Blick auf den Auftraggeber, der die Analyse veranlasst, die Art des Tests und was genau im Test im Vordergrund stand empfiehlt sich. Achten Sie dabei vor allem auf eine möglichst hohe Deckungsgleichheit mit ihrer eigenen Wunsch- und Prioritätenliste, denn der Testsieger im Hinblick auf inbegriffene alternative Zusatzleistungen wie zum Beispiel Heilpraktiker Anwendungen, nützt Ihnen wenig, wenn Sie Ihr Augenmerk auf die Flexibilität und Kundenorientierung des Versicherers für den Fall eines Tarifwechsels legen.

Lassen Sie bei allem Fokus auf das Preis-Leistungsverhältnis unter keinen Umständen die Serviceorientierung außer Acht. Viele „Private Krankenkassen Tests“ beinhalten inzwischen auch die Beschwerdequote der Versicherer, diese misst die Anzahl der Beschwerden im Vergleich zur Anzahl der Versicherten und kann einen guten Anhaltspunkt dazu liefern, was Sie im natürlich nicht zu wünschendem „Ernstfall“ von Ihrer Versicherung erwarten dürfen.

Rating-Agenturen wie hier Assekurata prüfen Tarife und Versicherer auf Qualität - doch jedes Rating und jeder Vergleich setzt unter Umständen die Kriterien anders | hier: Hallesche NK im Tarifcheck (PDF Screenshot)

Rating-Agenturen wie hier Assekurata prüfen Tarife und Versicherer auf Qualität – doch jedes Rating und jeder Vergleich setzt unter Umständen die Kriterien anders | hier: Hallesche NK im Tarifcheck (PDF Screenshot)

Online Tarifrechner für Private Krankenkassen

Besuchen Sie im nächsten Schritt vielleicht einen der vielen Versicherungsfinder im Internet. Achten Sie darauf, dass Sie im ersten Schritt nicht gleich auf der Seite einer bestimmten Versicherung direkt landen. Auf Vergleichsportalen finden Sie inzwischen vorprogrammierte Tarifrechner, die Ihnen erlauben, mit den gängigsten Kombinationsmöglichkeiten bei fast jeder der über 40 privaten Krankenversicherungen zu spielen. Bei der Programmierung dieser Tarifrechner werden in den meisten Fällen auch die wichtigsten Testergebnisse und Auszeichnungen hinterlegt. So erhalten Sie zusätzliche, hilfreiche Informationen für Ihre Entscheidung.

Die Online PKV Tarifrechner erlauben Ihnen die wichtigsten Bestandteile einer Versicherung im Preis- und Leistungsbereich flexibel zu kombinieren und je nach Bedarf nach oben oder nach unten zu anzupassen. Einzelzimmer oder Zweibettzimmer, Chefarzt, Höhe der Selbstbeteiligung, Krankentagegeld, prozentuale Zahnersatz Leistungen und vieles mehr lässt sich auf diesen Seiten im Baukastenprinzip für einen ersten individuellen PKV Vergleich zusammenstellen.

Am Ende erhalten Sie eine Vorauswahl an PKVs und deren für Sie am besten geeigneten Tarife.

Tarifrechner sind nicht nur eine sinnvolle Ergänzung zu Ihrer eigenen Prioritätenliste sondern können Ihnen auch helfen Ihre Liste zu ergänzen oder neu zu sortieren. Der größte Vorteil ist natürlich, dass Sie einen ersten Anhaltspunkt über die Höhe ihrer Beiträge erhalten. Übrigens, wenn Sie schon privat versichert sind und glauben Ihre Beiträge seien zu hoch, prüfen Sie vor einem Wechsel der PKV auf alle Fälle auch einen Tarifwechsel bei Ihrem jetzigen Versicherer. Oftmals ist das ein lohnender Schritt, der manchmal über verständlichem Ärger gerne übersehen wird.

Der Besuch von Foren

Viele Verbraucher setzen auf den Besuch von Foren. Es ist unbestritten, dass Sie dort Informationen über private Krankenkassen und Erfahrungen direkt von Versicherten einsehen können – Erfahrungen aus erster Hand sozusagen. Bedenken Sie dabei aber bitte auch, dass sich typischerweise eher unzufriedene Kunden zu ihren Erfahrungen äußern. Nach wie vor ist es in unserem Kulturkreis noch eher unüblich, dass Kunden öffentlich über positive Erfahrungen berichten. Im Gegenteil – findet man in einem Forum ein Lob so liegt fast der Verdacht nahe, dass Unternehmen selbst hätte den Beitrag zu eigennütziger Werbung beigesteuert oder diesen beauftragt. Es gilt generell, überlegen Sie sich, was Sie wirklich erfahren wollen und entscheiden Sie sich dann für die für Sie geeigneten Informationsquellen.

YOUTUBE: WISO-Bericht über Probleme eines PKV-Versicherten bei der Gothaer Private Krankenversicherung (www.youtube.com/watch?v=N_Op96Asr6w)

Die Beratung beim Profi

Die Kombination macht es tatsächlich. Wenn Sie nämlich jetzt noch das Glück haben, einen wirklich guten PKV Berater in Ihrem beruflichen oder privaten Umfeld zu wissen, der nicht direkt an seine Versicherungsgesellschaft gebunden ist, dann sind Sie für die Entscheidung gesetzlich oder privat – sofern Sie die Wahl haben – oder eben bei der Auswahl Ihres privaten Versicherer bestens gerüstet.

Nach einer ausführlichen Recherche verläuft Ihr Gespräch mit einem Experten sicherlich höchst angenehm und erfolgreich. Ein professioneller Versicherungsberater kennt aufgrund seiner vielen Kundenkontakte außerdem das Verhalten der verschiedenen PKVs nicht nur am meist angenehmen, weil werbendem, Interaktionspunkt des Beitritts. Er weiß auch, wie es um die finanzielle Lage, die Beitragsstabilität, die Erstattungsmodelle, insgesamt die Serviceorientierung und die Leistungserbringung im Krankheitsfall wirklich bestellt ist – und ein Profi teilt dieses Wissen mit Ihnen.

Finden lässt sich alles – doch was brauchen Sie?

Man kann sicher nicht behaupten, dass es einen Mangel an Information über private Krankenkassen gibt. Es stellt sich eher die Frage, wie findet man die Informationen, die für die persönliche Situation wichtig sind. Die Herausforderung besteht also darin, die Grundsätze des Systems zu verstehen, regulierende Richtlinien, wie Alters und Einkommensgrenzen und Wechselbestimmungen zu kennen, vor allem aber den eigenen Bedarf zu ermitteln und Entwicklungen realistisch einzuschätzen. Das Angebot an PKVs und Tarifen ist breit gefächert und sehr groß – und macht einen soliden PKV Vergleich nicht unbedingt einfacher.


Einige der größten privaten Kranken-Versicherer in Deutschland ganz kurz vorgestellt:

Debeka Private Krankenversicherung

Die Debeka-Gruppe bedient den Markt mit einem umfassenden und vielfältigen Versicherungs- und Finanzdienstleistungsangebot. Die Sparte der PKV der Debeka führt die Top Ten Liste an und ist mit weit über 2 Millionen Versicherten der größte private Krankenversicherer Deutschlands. Die renommierte Rating Agentur Assekurata zeichnete das Haus 2013 bereits zum 5. Mal in Folge mit Bestnoten aus. Auch der Kundenmonitor Deutschlands attestiert, hier wird die Serviceorientierung ernst genommen und auch gelebt.

Debeka Krankenversicherung (Screenshot www.debeka.de/produkte/versichern/krankenversicherung/ am 26.11.2015)

Debeka Krankenversicherung (Screenshot www.debeka.de/produkte/versichern/krankenversicherung/ am 26.11.2015)

Das Unternehmen setzt selten auf spektakuläre und teure Werbekampagnen und so überrascht die Tatsache, dass es sich hier um den Marktführer handelt vielleicht den ein oder anderen Leser.

Leistungsstärke und Zuverlässigkeit sind die Zugpferde der großen Versicherer. Stabile Beiträge über viele Jahre hinweg sind ein Kriterium, das sich bei einem gut geleiteten großen Unternehmen oft finden lässt. Wie flexibel ein Unternehmen mit derartiger Größenordnung bleibt, um auf sich auf neue oder auch alternative Behandlungsmethoden schnell einzustellen oder um individuelle Kundenbedürfnisse richtig eingehen zu können, ist sicherlich eine grundsätzliche Frage, die man sich stellen kann, wenn man sich für den Marktführer entscheidet.

Deutsche Krankenversicherung – DKV

Die DKV gehört zur ERGO Gruppe. Dem Trend bei den Kassen generell folgend bezeichnet sich die DKV daher auch nicht mehr als Krankenversicherung sondern versteht sich als Gesundheitsversicherer. Es ist die Anstrengung wert, genauer zu betrachten, was das wirklich bedeutet und wo sich diese Ausrichtung im Unternehmen – vom Sprachgebrauch mal abgesehen – dann tatsächlich wiederfindet.

Für den Verbraucher sollte Gesundheitsversicherer keinesfalls nur die Verlagerung der Verantwortung mehr und mehr auf den Versicherten bedeuten. Beim Besuch der Webpage der DKV fällt die Bewerbung einer speziellen Versicherung für Referendare und Beamtenanwärter ins Auge.

Zum Thema Kundenorientierung und Transparenz ermuntert die DKV Ihre Versicherungsnehmer innerhalb von 30 Tagen nach Abschluss eines Vertrages den Vermittler zu bewerten und macht damit einen klaren Schritt in Richtung Kundenorientierung und Transparenz. Doch die DKV geht noch weiter, auf dem Portal kann man sich in der sogenannten Kundenwerkstatt registrieren und wird eingeladen als Versicherungsnehmer aktiv an der Unternehmensgestaltung mitzuwirken. Die DKV folgt hier einem generellen Megatrend, die Kundenmeinung so weit wie möglich in die Planung und Organisation der Unternehmens-Leistungen und Produkte mit einzubinden. Das ergibt viel Sinn, denn so werden Angebote entwickelt, die tatsächlich nachgefragt sind. Inwieweit Kunden dieser Aufforderung nachkommen, wird sich noch entwickeln müssen.

Auf der Website der DKV kann man als PKV-Interessent komfortabel die gewünschten Leistungen und Tarifbausteine zusammenstellen und sich dann seinen potentiellen PKV-Beitrag auf Basis des individuellen Versicherungsschutzes berechnen lassen (Screenshot www.dkv.com/produkte-guenstige-private-krankenversicherung-vollversicherung-106321.html am 26.11.2015)

Auf der Website der DKV kann man als PKV-Interessent komfortabel die gewünschten Leistungen und Tarifbausteine zusammenstellen und sich dann seinen potentiellen PKV-Beitrag auf Basis des individuellen Versicherungsschutzes berechnen lassen (Screenshot www.dkv.com/produkte-guenstige-private-krankenversicherung-vollversicherung-106321.html am 26.11.2015)

Allianz und AXA

Mit jeweils um die 800.000 versicherten Mitglieder liegen AXA PKV und Allianz PKV auf den Plätzen drei und vier der zehn größten privaten Krankenkassen in Deutschland. Was bei der DKV schon im Namen Gesundheitsversicherer steckt liest sich auch bei AXA in Tarifbezeichnungen wie AXA Vital U und wird beim Lesen der Angebote noch deutlicher.

Auch die AXA Private Krankenversicherung ermutigt seine Mitglieder offen und gezielt in Form von Prävention und Vorsorge selbst für ein hohes Maß an Wohlbefinden und Gesundheit zu sorgen. Die Eigenverantwortung beim Versicherten zu erhöhen wird bewusst unterstützt.

Die meisten privaten Krankenkassen bieten unterschiedlich leistungsstarke und entsprechend teure oder günstigere PKV-Tarife an - hier am Beispiel der privaten Krankenversicherung AXA mit ihren Tarifen AXA EL Bonus-U versus AXA VITAL-U (Screenshot www.axa.de/private-krankenversicherung am 26.11.2015)

Die meisten privaten Krankenkassen bieten unterschiedlich leistungsstarke und entsprechend teure oder günstigere PKV-Tarife an – hier am Beispiel der privaten Krankenversicherung AXA mit ihren Tarifen AXA EL Bonus-U versus AXA VITAL-U (Screenshot www.axa.de/private-krankenversicherung am 26.11.2015)

Der 360° Gesundheitsservice der AXA PKV ist das Kernstück dieser Offensive. Kunden erhalten umfassende Informationen, Empfehlungen und Anregungen mit attraktiven Preisnachlässen rund um die Themen Prophylaxe, wie zum Beispiel im Zahnbereich, Impfung aber auch Training und Prävention. Das Thema Kundenorientierung setzt dieser Versicherer zeitgemäß in Form eines benutzerfreundlichen, umfassenden Self Service Portals um, wobei auch die Kommunikationskanäle privater Kundenkontakt und Contact Center, per Email oder Telefon leicht auffindbar und sofort zugänglich sind. Viele der Vorgänge und Interaktionen zwischen Versicherungsnehmer und Versicherung können bequem und relativ einfach per Mausklick rund um die Uhr erledigt werden.

Bei der privaten Krankenversicherung der Allianz steht die flexible Versicherung nach individuellen Ansprüchen ganz weit oben. Der Versicherer argumentiert folgerichtig, dass dem einen eine umfangreiche Leistung im Bereich der alternativen Medizin extrem wichtig sein kann, während für den anderen die Chefarztbehandlung während eines Krankenhausaufenthaltes absolute Priorität hat und stellt sich bei seinen Tarifangeboten genau auf diese Unterschiede ein. Wenig überraschend ist es daher, dass die Allianz Private Krankenversicherung auch mit der führende Ärzteversicherer in Deutschland ist. Ein Viertel der deutschen Ärzte ist bei der Allianz privat krankenversichert.

Allianz Private Krankenversicherung - unter den privaten Krankenkassen ist die Allianz PKV einer der größten Player auf dem deutschsprachigen Markt (Screenshot www.allianz.de/gesundheit/private-krankenversicherung/ am 26.11.2015)

Allianz Private Krankenversicherung – unter den privaten Krankenkassen ist die Allianz PKV einer der größten Player auf dem deutschsprachigen Markt (Screenshot www.allianz.de/gesundheit/private-krankenversicherung/ am 26.11.2015)

Mit diesem Haus wird richtigerweise eine sehr hohe Unternehmensqualität verbunden und die auf Versicherer spezialisierte Ratingagentur Assekurata hat der Allianz Krankenversicherung mit dem Gesamtergebnis „Sehr gut“ das vor einiger Zeit bescheinigt. Im jüngsten Test wurden neben der wichtigsten Unternehmenskennzahlen besonders auch die Qualität des Kundenservice betrachtet. Die Allianz Privatkrankenversicherung konnte in diesem Test durch exzellente Finanzdaten und eine gute Beitragsstabilität überzeugen (31.01.2014/26.11.2015).

YOUTUBE: Auswirkungen der Demografie auf private Krankenkassen und gesetzliche Kassen
(www.youtube.com/watch?v=GzK344bipjc)





Dieser Artikel zum Thema / mit dem Titel "Private Krankenkassen: Anbieter, Unterschiede, Vergleichsmöglichkeiten" wurde publiziert von der Redaktion von versicherungen-informer.de am 26. Nov 2015 in der Rubrik: Private Krankenversicherung und mit folgenden Stichwörtern verschlagwortet: